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29. September 2025
Die digitale Transformation im Bauwesen schreitet voran und mit ihr wächst die Bedeutung von Building Information Modeling (BIM) als zukunftsweisende Methode für Planung, Ausführung und Betrieb von Bauprojekten. Unter dem Titel „Zukunft Bauen mit BIM – Vernetzung von Wirtschaft, Handwerk und Bildung“ veranstalteten die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, der Landkreis Grafschaft Bentheim und die Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim eine Fachveranstaltung im NINO-Hochbau in Nordhorn. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Handwerk, Bildung und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und auszutauschen.
Die Veranstaltung ist eingebettet in die Aktivitäten rund um den Campus Berufliche Bildung,
einem der größten Bildungsvorhaben in der Region. Der Campus verfolgt das Ziel, berufliche
Bildung neu zu denken und praxisnah zu gestalten. Als Lern- und Entwicklungsort soll er junge
Menschen berufliche Orientierung bieten, Fortbildung fördern und Impulse für lebenslanges
Lernen setzen. Damit soll der Campus einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und
zur Stärkung der regionalen Bildungslandschaft leisten.
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie BIM als digitale Arbeitsweise nicht nur
technische Prozesse verändert, sondern auch neue Anforderungen an Qualifikation,
Zusammenarbeit und Infrastruktur stellt. Statt einzelner Papierpläne entstehen mit BIM
digitale, vernetzte Gebäudemodelle, die Informationen aus allen Gewerken bündeln. In der
Begrüßung durch Vertreter der veranstaltenden Institutionen wurde deutlich: BIM ist längst
kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits heute Realität auf vielen Baustellen und in
Planungsprozessen und fordert demnach neue Kompetenzen in Handwerk, Wirtschaft und
Bildung.
Den fachlichen Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Elke Heine, Sprecherin der
Regionalgruppe Nordwest von buildingSMART Deutschland und Inhaberin des Ingenieurbüros
Heine in Leer. Unter dem Titel „BIM heute & morgen – Was Betriebe wirklich brauchen“ sprach
sie über aktuelle Entwicklungen, zunehmende gesetzliche Anforderungen und Herausforderungen wie fehlende Standards. Sie zeigte auf, welche technischen,
organisatorischen und persönlichen Kompetenzen – von Softwarekenntnissen über
Projektmanagement bis hin zur Offenheit für neue Arbeitsweisen – für eine erfolgreiche BIM-Einführung erforderlich sind. Sie empfahl den Teilnehmenden eine schrittweise Einführung,
Kooperationen mit Partnern einzugehen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Ihr
Appell: „BIM ist keine Software, sondern eine neue Arbeitsweise. Der Einstieg gelingt mit klarer
Strategie, geschultem Personal und einer passenden Infrastruktur.“
Im anschließenden Praxisforum, unter Moderation von Günter Natelberg und Tanja Dinter von
der Wachstumsregion Ems-Achse, berichteten regionale Unternehmen und
Bildungseinrichtungen über ihre Erfahrungen mit BIM. Mike Ruppelt von G. Büter
Bauunternehmen, Tim Berling von der LIST Gruppe, Markus Uphus vom Campus Handwerk
Süd-West Niedersachsen sowie Gerald Brinkmann von den Gewerblichen Berufsbildenden
Schulen Nordhorn gaben Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele – vom 3D-Scan im
Bestandsbau über die technische Gebäudeausrüstung bis hin zur Integration in die Ausbildung
von Bauzeichnern. So erzählte Mike Ruppelt, dass auf Bestandsbaustellen ein Scanner für
das Aufmaß eingesetzt werde, was eine enorme Zeitersparnis mit sich bringe. Und Tim Berling
ergänzte: „Bei LIST arbeiten mehrere Mitarbeitende als BIM-Koordinatoren. BIM ist
unternehmensweit – vom Vertrieb bis zur Baustelle – verankert. Wir arbeiten dabei stets nah
am Nutzer und unterstützen mit hausinternen Schulungen.“ Auch im Bildungsbereich wächst
der Wunsch, BIM stärker in Lehrpläne und Ausbildungskonzepte zu integrieren.
In zwei Workshops konnten die Teilnehmenden anschließend tiefer in die Materie einsteigen.
Während Elke Heine von buildingSMART praxisnahe Einstiegsmöglichkeiten für kleine
Betriebe präsentierte, gab Tim Berling von der LIST Gruppe einen detaillierten Einblick in die
Umsetzung von BIM in einzelnen Leistungsphasen. Dabei wurde deutlich: BIM bietet in allen
Leistungsphasen und Bereichen einen realen Mehrwert. Die Arbeitsweise unterstützt nicht nur
die Kommunikation, sondern schafft auch schnelle Lösungen, Transparenz, lückenlose
Dokumentation und echte Arbeitserleichterung.
Die abschließende Plenumsrunde widmete sich der Frage, wie BIM stärker in die schulische
und berufliche Bildung integriert werden kann. Eine interaktive Abfrage unter den
Teilnehmenden ergab klare Impulse: Workshops für Berufstätige, Schnupperangebote für
Schülerinnen und Schüler sowie die Integration von BIM-Inhalten in die duale Ausbildung
wurden als besonders zielführend bewertet. Auch die Unterstützung durch Betriebe wurde als
zentraler Erfolgsfaktor genannt.
Die Veranstaltung machte deutlich: BIM ist mehr als ein digitales Werkzeug – es ist ein
strategisches Instrument für die Zukunft des Bauens. Die enge Vernetzung von Wirtschaft,
Handwerk und Bildung in der Grafschaft Bentheim bietet ideale Voraussetzungen, um diesen
Wandel aktiv und nachhaltig zu gestalten.