
19. Dezember 2025
Zivil- und Katastrophenschutz: Grafschaft Bentheim erhält von Bund und Land neue Fahrzeuge und Schutzausrüstung
Ein Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz, ein CBRN-Erkunder, eine Sandsackfüllmaschine samt Equipment und mobile Hochwasserschutzsysteme mit einer Gesamtlänge von 450 Metern: Diese neue Ausrüstung trägt jetzt zur weiteren Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes in der Grafschaft Bentheim bei. Die beiden modernen Einsatzfahrzeuge stammen aus der Ausstattung des Bundes; die Einheiten für den Hochwasserschutz hat der Landkreis vom Land Niedersachsen erhalten. Wenige Tage vor Weihnachten wurden Fahrzeuge und Schutzausstattung offiziell an verschiedene Grafschafter Einsatzorganisationen übergeben. „Hier zeigt sich, wie vielfältig der Katastrophenschutz und wie komplex damit die Anforderungen an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind – von der Brand- und Hochwasserbekämpfung, über technische Hilfeleistung bis hin zu Lagen mit gefährlichen Stoffen. Diese Szenarien stellen allerdings nur einen Bruchteil der Herausforderungen dar. Die heutige Zeit ist auch geprägt durch hybride Gefahren, Cyberangriffe und den Klimawandel. All das erfordert neben gut ausgebildeten Einsatzkräften vor allem modernste und zuverlässige Technik“, stellte Landrat Uwe Fietzek bei der offiziellen Übergabe an der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises klar. Gemeinsam mit dem Neuenhauser Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp, der stellvertretend für die Kommunen teilnahm, und dem Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers dankte er Bund und Land für die wichtigen Investitionen in den Zivil- und Katastrophenschutz.
Die neuen Fahrzeuge und die Schutzausstattung im Überblick:

Das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz, kurz LF KatS, ist künftig bei der Ortsfeuerwehr Georgsdorf stationiert und ersetzt dort ein ausrangiertes Vorgängerfahrzeug aus dem Jahr 1988, das seit 1996 in Georgsdorf im Dienst war. Ausgestattet ist das 300 PS-starke Fahrzeug mit Schläuchen mit einer Gesamtlänge von 600 Metern (30 B-Schläuche á 20 Meter), wovon 300 Meter auch während langsamer Fahrt verlegt werden können. Hinzu kommen unter anderem ein 1.000 Liter fassender Löschwassertank, Löschrucksäcke für die Waldbrandbekämpfung, Atemschutzgeräte, Feuerlöschpumpen, Motorsägen und ein Teleskoplichtmast. Im Vergleich zum bisherigen Löschgruppenfahrzeug liegt der Fokus bei der technischen Ausstattung des neuen Modells verstärkt auf dem Einsatz im Katastrophenschutz.

Hinter dem CBRN-Erkunder verbirgt sich ein Sprinter, der bei der Ausbreitung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Stoffen, kurz CBRN, zum Einsatz kommt. Hauptaufgabe ist es, gefährliche Substanzen aufzuspüren, zu messen und zu melden. Dementsprechend verfügt das Fahrzeug über aktuellste Mess- und Computertechnik, eine Wetterstation, ein satellitengestütztes Navigationsgerät sowie ein Satellitentelefon. Für die Besatzung wird zudem umfangreiche Schutzausrüstung mitgeführt. Bereits während der Fahrt können radioaktive oder chemische Kontaminationen identifiziert werden, um schnell Daten zur Erstellung eines Lagebildes bereitzustellen.

Die mobilen Hochwasserschutzsysteme mit einer Gesamtlänge von 450 Metern werden an drei Orten entlang des Laufes der Vechte stationiert. Module mit jeweils 150 Metern Länge gehen an die Samtgemeinde Schüttorf, die THW-Helfervereinigung Nordhorn und an die Samtgemeinde Emlichheim. Die einzelnen Elemente der Schutzbarrieren sind robust, leicht und lassen sich über ein Stecksystem schnell zusammensetzen. Ein Element ersetzt im Ernstfall dabei rund 140 Sandsäcke. Der mobile Schutzdamm hat eine Schwallhöhe von 100 Zentimetern. Zusätzlich können die Elemente auch als vorübergehendes Auffangbecken für Frischwasser oder verschmutztes bzw. kontaminiertes Wasser zusammengesetzt werden.

Die Sandsackfüllmaschine samt Zubehör wird künftig bei der THW-Helfervereinigung Nordhorn stationiert. Mit Hilfe der Maschine können 2.600 Säcke pro Stunde befüllt werden. Die Maschine arbeitet autark und benötigt keinen festen Stromanschluss. Zum Zubehör zählen unter anderem vier Nähmaschinen und ein Faltzelt als Wetterschutz. Für den Transport der Sandsackfüllmaschine steht ein separater Hänger zur Verfügung, der im Einsatzfall zudem für den Transport der befüllten Sandsäcke genutzt werden kann. Auf dem Anhänger finden 22 Europaletten Platz. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Materialcontainer.