
22. August 2025
3,3 Millionen für moderne Bildung: Erweiterungsbau des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus fertiggestellt
Rund 3,3 Millionen Euro hat der Landkreis Grafschaft Bentheim in den Standort des kreiseigenen Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus investiert. Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist dort ein moderner, lichtdurchfluteter Erweiterungsbau entstanden. Auf drei Stockwerken verteilen sich sechs allgemeine Unterrichtsräume, drei Multifunktionsräume, zwei Gruppenräume und ein Raum für die Schulsozialarbeit. Hinzu kommen die erforderlichen Sanitär- und Technikräume. Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres übergab Landrat Uwe Fietzek den symbolischen Schlüssel an Schulleiterin Fenni Voshaar. Fietzek betonte: „Jeder Euro, den wir in Bildung investieren, ist ein Beitrag zur Stabilität und Zukunft unserer Gesellschaft. Vor allem in unseren Schulen entscheidet sich, ob wir als Landkreis zukunftsfähig sind.“
Erfahrungen aus Corona-Pandemie und Energiekrise beeinflussten Planung
Der Neubau ersetzt das bislang von der Schule genutzte sogenannte C-Gebäude, das die Anforderungen an eine zeitgemäße Pädagogik kaum noch erfüllte. Eine Sanierung dieses Gebäudes kam wirtschaftlich nicht in Frage. Mit der Planung des Neubaus wurde während der Corona-Pandemie begonnen. So hatten die Erfahrungen aus dieser Zeit Einfluss auf die Baumaßnahme. „Anders als in der Vergangenheit werden neue Unterrichtsräume an unseren Schulen künftig immer über eine Lüftungsanlage automatisch be- und entlüftet“, erklärte Landrat Fietzek. Die Auswirkungen der Energiekrise spiegeln sich in dem Neubau ebenfalls wider: Das Gebäude kommt ohne fossile Energieträger aus. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe speist die Fußbodenheizung im gesamten Gebäude. Ein Teil des notwendigen Stroms dafür stammt von einer PV-Anlage, die auf dem Dach des Bestandsbaus installiert wurde. Diese versorgt auch die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Auch beim Thema Umwelt setzt der Landkreis Maßstäbe: Ein 330 Quadratmeter großes Gründach, Nisthilfen für heimische Vögel in der Fassade und eine naturnahe Schulhofgestaltung, die in den kommenden Monaten von Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit einer Naturgärtnerin umgesetzt wird, tragen zu einem ökologischen Gesamtkonzept bei. Rund um den Schulhof stehen mehr als 460 neue Fahrradstellplätze und 30 Parkplätze zur Verfügung.
Eine Besonderheit der Baumaßnahme: Planung und Steuerung lagen komplett bei den kreiseigenen Hochbauingenieurinnen Erika Seydel und Anna Pietzka. „Beide haben hervorragende Arbeit geleistet und maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen“, lobte Fietzek. Dank sprach der Landrat allen am Projekt Beteiligten aus. Darunter auch die Samtgemeinde und die Stadt Neuenhaus, die dem Landkreis das Grundstück der ehemaligen Boussy-Sporthalle für die Erweiterung des Gymnasiums kostenlos zur Verfügung stellten. Im Gegenzug überlässt der Landkreis ihnen das Gelände des C-Gebäudes. Allerdings erst, nachdem die Sanierung der Neuenhauser Grundschule abgeschlossen ist. So lange wird das C-Gebäude noch als Ausweichquartier für einen Teil der Grundschülerinnen und -schüler benötigt.
Neue Räume können vielfältig genutzt werden
Schulleiterin Fenni Voshaar zeigte sich begeistert über die neuen Räumlichkeiten: „Das C-Gebäude gehört endlich der Vergangenheit an. Das neue Gebäude bietet helle Räume, moderne Ausstattung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.“ Der Technikraum wird beispielsweise von der Robotik-AG, aber auch für den Dreh von kurzen Filmen genutzt. Ein Raum steht den Kunstkursen als Atelier zur Verfügung. Ein besonderes Highlight ist ein Raum mit einer eigenen kleinen Küche, die es den Sprachkursen ermöglicht, Landeskunde auch kulinarisch zu vermitteln. Voshaar dankte dem Landkreis abschließend, dass die Schule an vielen Stellen das Bauvorhaben aktiv mitgestalten konnte.
