
01. September 2025
Grafschafter Katastrophenschutzstab startet Austausch-Format – Auftakt beim THW Nordhorn
„In der Krise Köpfe kennen“ – diesen Leitgedanken setzt der Katastrophenschutzstab des Landkreises Grafschaft Bentheim, kurz Kats-Stab, mit einem neuen Austausch-Format in die Praxis um. Die Stabsmitglieder sind künftig regelmäßig bei Grafschafter Hilfs- und Rettungsorganisationen zu Besuch und informieren sich direkt vor Ort über deren Arbeit. Das Ziel: Die Zusammenarbeit im Ernstfall noch effektiver gestalten. Zum Auftakt ging es für die Stabsmitglieder zum Ortsverband Nordhorn des Technischen Hilfswerks (THW). Dort erhielten sie einen umfassenden Einblick in Strukturen, Einsatzmöglichkeiten und die Spezialfahrzeuge des THW. „Angesichts der weltweit geänderten Gefährdungslage ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Der Stab muss wissen, wie die Organisationen arbeiten, wer die Kontaktpersonen sind und vor allem welche Ressourcen im Fall der Fälle zur Verfügung stehen“, betonte Landrat Uwe Fietzek.
Auch eine Führung über das vier Hektar große Übungsgelände des THW in Nordhorn-Hesepe war Teil des Austausches. Auf dem Areal einer ehemaligen Raketenleitbasis haben die ehrenamtlichen THWler seit Ende der 1980er Jahre ein außergewöhnliches Übungsterrain entwickelt. Es bietet realistische Trainingsbedingungen für eine Vielzahl von Szenarien – von Bergungsarbeiten bis hin zu technischen Hilfeleistungen wie dem Abstützen von Gebäuden oder dem Bau von freitragenden Brücken. Zudem lassen sich Gefahrgutunfälle auf einer Gleisanlage oder Brände Dank einer Rauchgasdurchzündungsanlage simulieren. Da das Gelände in dieser Form selten ist, nutzen Einsatzkräfte aus ganz Deutschland das Areal für Übungen und Lehrgänge. „Was Sie hier ehrenamtlich aufgebaut haben, ist bemerkenswert. Das THW ist in der Grafschaft ein verlässlicher Partner des Katastrophenschutzes“, dankte Dr. Elke Bertke, zuständige Dezernentin beim Landkreis, dem THW.
Das ist der Katastrophenschutzstab des Landkreises
Der Kats-Stab des Landkreises setzt sich aus rund 100 Mitgliedern zusammen. Bei einer Großschadenslage oder in einer Krise entscheidet der Landrat darüber, ob der Katastrophenfall ausgerufen wird. In diesem Fall übernimmt der Kats-Stab die Gesamtkoordination und ist verantwortlich tätig. Die Städte und Gemeinden sind ihm dann untergeordnet. Neben Beschäftigten des Landkreises unterstützen weitere Behörden und Hilfsorganisationen den Kats-Stab. Eine Schicht besteht aus rund 30 Personen. Geplant wird in drei Schichten, um einen vielleicht erforderlichen Dauerbetrieb über eine längere Zeit gewährleisten zu können. Regelmäßige Schulungen und Übungen bereiten die Stabsmitglieder auf den Ernstfall vor.
