
13. August 2025
Heidesterben in Halle-Hesingen: Landkreis untersucht Ursache und setzt auf Regeneration
Prächtig blühende Heidelandschaften prägen vom August bis in den September hinein nicht nur die Lüneburger Heide, sondern auch Teile der Grafschaft Bentheim. Statt eines violetten Blütenteppichs bietet sich Spaziergängerinnen und Spaziergängern in der Hügelgräberheide in Halle-Hesingen in diesem Jahr jedoch ein anderes Bild: Zahlreiche Heidepflanzen sind dort abgestorben. Die verdorrten, grauen Gerippe haben wenig mit der sonstigen Blütenpracht gemein. Deutlich weniger Pflanzen als üblich stehen momentan in voller Blüte. Ein Anblick, der dem Bereich Naturschutz des Landkreises Grafschaft Bentheim Sorgen bereitet. Worauf das Heidesterben zurückzuführen ist und wie groß das Ausmaß ist, ist derzeit noch unklar. „Es kann sich hier um den Befall durch einen Käfer handeln, aber auch der Hitzestress der vergangenen Jahre kann sich in diesem Heidegebiet negativ ausgewirkt haben. Damit haben leider viele Heideflächen zu kämpfen. Gemeinsam mit der Ökologischen Station Grafschaft Bentheim-Emsland Süd werden wir genau analysieren, warum die Heide in diesem Gebiet teilweise abgestorben ist“, berichtet Manuela Monzka, Bereichsleiterin Naturschutz beim Landkreis. Anschließend sollen zielgerichtete Maßnahmen erfolgen, um die Besenheide in dem mehr als 40 Jahre alten und rund 20 Hektar großen Naturschutzgebiet wieder zu regenerieren.
Zu typischen Maßnahmen der Heidepflege gehört die Beweidung mit Schafen und Ziegen. „Diese Art der Beweidung findet auch in Halle-Hesingen regelmäßig statt. Manchmal ist es aber auch notwendig, alte, vergreiste Heide maschinell zu pflegen. Abgestorbene Pflanzen werden dabei entfernt, um offene Bodenstellen zu schaffen, in denen wiederum junge Heide keimen kann“, erklärt Monzka. Sie hofft, dass sich die charakteristische Landschaft bald neu entwickelt: „Besenheide ist zum Glück sehr resilient und erholt sich oft. Aus den Samenbeständen im Boden können sich neue Pflanzen regenerieren, wenn sich die Umweltbedingungen wieder zu ihren Gunsten ändern. Da die Heide nur langsam wächst, kann das aber mehrere Jahre dauern.“ Andere Grafschafter Heidegebiete, wie die Itterbecker Heide, sind von dem Heidesterben bislang nicht betroffen.
