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In verschiedenen Workshops diskutierten die Teilnehmenden Themen rund um die zentrale Fragestellung: „Wie wollen wir MORGEN leben?“
In verschiedenen Workshops diskutierten die Teilnehmenden Themen rund um die zentrale Fragestellung: „Wie wollen wir MORGEN leben?“

09. September 2025

Landschaftstag 2025 der Emsländischen Landschaft Regionale Baukultur – Umbaukultur: „Wie wollen wir MORGEN leben?“

Der diesjährige Landschaftstag der Emsländischen Landschaft e. V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim stand ganz im Zeichen der Bau- und Umbaukultur in der Region. Unter dem Thema „Wie wollen wir MORGEN leben?“ diskutierten Expertinnen, Fachleute und Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Bauens und den verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Rund 100 Interessierte versammelten sich im NINO-Hochbau in Nordhorn – ein Industriebaudenkmal von überregionaler Bedeutung, das selbst ein Beispiel für das Thema Umbau statt Abriss darstellt.

Ziel des Landschaftstages der Emsländischen Landschaft war es, ein brandaktuelles Thema aufzugreifen und Impulse für einen zukünftigen Umgang mit unserem baukulturellen Erbe zu geben.

Der historische Wandel, der durch den Emslandplan angestoßen wurde, hat das Erscheinungsbild der Städte und Dörfer stark verändert. Alte Bauernhöfe, traditionelle Bauwerke und prägende Strukturen seien vielerorts verschwunden, um Platz für moderne Wohn- und Arbeitsformen zu schaffen. Veronika Olbrich, Geschäftsführerin der Emsländischen Landschaft, hob hervor: „Baukultur ist ein lebendiger Prozess: Durch gesellschaftlichen Wandel verändern sich auch die Anforderungen an Räume, Gebäude und Städte.“

Nach der Begrüßung von Uwe Fietzek, Vizepräsident der Emsländischen Landschaft e. V. und der Einführung in das Thema von Veronika Olbrich, gab Prof. Dipl.-Ing. Tim Rieniets von der Leibniz Universität Hannover wichtige Denkanstöße in einem Impulsvortrag. Unter dem Titel „Das Morgen im Gestern – Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der Architektur“ plädierte er für ein grundsätzliches Umdenken: „Architektur und Bauindustrie müssen die Voraussetzungen ihres Handelns revidieren: Anstelle von Abriss und Neubau müssen wieder Erhalt, Umbau und Wiederverwendung im Zentrum stehen.“ Gerade vor dem Hintergrund von Klimawandel, Ressourcenknappheit und der aktuellen Änderung der Niedersächsischen Bauordnung wurde deutlich, dass die Weichen für eine nachhaltigere Baukultur jetzt gestellt werden.

Praxisbeispiele aus der Region

Besonders greifbar wurde das Thema durch die Einbindung regionaler Projekte. Bernd Wittrock
stellte sein Vorhaben vor, ein altes Gulfhaus in Rhede-Brual zu einem modernen Wohnareal
umzuwandeln. Dieses Beispiel verdeutlichte eindrucksvoll, wie historische Bausubstanz erhalten und gleichzeitig an zeitgemäße Bedürfnisse angepasst werden kann. Auch weitere Workshops gaben wertvolle Impulse – von der Nutzungserweiterung von Kirchen über die Gestaltung der Dörfer der Zukunft bis hin zu den Rahmenbedingungen für den Erhalt baukulturellen Erbes.

Zum Abschluss zeigte sich Landrat Uwe Fietzek beeindruckt vom großen Interesse der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Die hohe Beteiligung zeigt, wie wichtig dieses Thema für die
Menschen in unserer Region ist. Ich danke der Emsländischen Landschaft für die vielfältigen Impulse, die beim Landschaftstag in Nordhorn gesetzt wurden.“

Der Landschaftstag 2025 setzte ein starkes Zeichen für eine nachhaltige und identitätsstiftende
Baukultur. Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für Diskussionen und Wissenstransfer, sondern
machte auch deutlich, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigt werden
können – durch den Dialog von Fachleuten, Politik, Ehrenamt und Bürgergesellschaft.

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