15. Juli 2025
Pflegemaßnahmen an Kleingewässer sichern Lebensraum für Teichmolch, Grasfrosch und Co.
Auf den ersten Blick erscheint das Kleingewässer in Wilsum in der Niedergrafschaft unscheinbar; es ist umringt von Bäumen und Sträuchern. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich als wertvoller Lebensraum: Seit einigen Jahren sind dort verschiedene Amphibienarten heimisch – Teichmolche, Grasfrösche und Teichfrösche lassen sich entdecken. Damit diese Tiere auch in Zukunft gute Lebensbedingungen im und rund um das Gewässer vorfinden, setzten die Ökologische Station Grafschaft Bentheim Emsland Süd (ÖGE) und der Landkreis Grafschaft Bentheim in den vergangenen Monaten gezielte Pflegemaßnahmen vor Ort um. Umliegende Bäume hatten das Gewässer stark beschattet – ein Problem für die Amphibien. „Um den Lebensraum der Amphibien über einen längeren Zeitraum zu sichern und nachhaltig zu verbessern, wurden Gehölze rund um das Gewässer entfernt. So sind sonnenexponierte Uferzonen mit offenen Sandflächen entstanden, in denen sich insbesondere die Amphibienlarven besser entwickeln können. Zudem wird der Verlandung des Gewässers entgegengewirkt“, berichtet Pia Böke vom Bereich Naturschutz des Landkreises. Die entfernten Wurzelstöcke und Gehölze werden neu genutzt: Sie dienen nun als Versteckplatz und als mögliches Winterquartier für Amphibien und andere Kleintiere. „Wir hoffen, dass sich die bestehenden Populationen weiterentwickeln und sich durch die verbesserten Bedingungen weitere Arten ansiedeln“, so Böke. Untersuchungen in den nächsten Jahren sollen Gewissheit bringen.
Die Pflegemaßnahmen sind Teil des Amphibienprojektes der ÖGE, das durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt wird. Über dieses Projekt werden seltene Amphibienarten gefördert, die auf offene Sand- und Pionierlebensräume angewiesen sind. Dazu zählen vor allem Knoblauchkröte, Kreuzkröte und Kammmolch. „Unser Projekt umfasst verschiedene Aufgabenbereiche. Zum einen erfassen wir die jeweiligen Bestandszahlen im Projektgebiet. Zum anderen planen wir Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung oder zur Erstinstandsetzung von Gewässern und anderen Lebensräumen und setzen diese Maßnahmen auch um“, berichtet Moritz Rennack von der ÖGE. Bei den Maßnahmen handelt es sich in der Regel um größere Boden- und Gehölzmaßnahmen – wie am Kleingewässer in Wilsum.
Die Projektfläche liegt außerhalb von Natura 2000-Gebieten und dient somit dem Biotopverbund. „Durch eine dauerhafte Aufwertung noch nicht besiedelter Lebensräume wollen wir die Populationen in der Grafschaft miteinander vernetzen“, hofft Rennack. Für diese Maßnahmen stellen der Landkreis und die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim mehrere Flächen zur Verfügung. Die ÖGE strebt zudem langfristig Nutzungsvereinbarungen mit den Flächeneigentümern an, um die geschaffenen Biotope zu sichern.
