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Zwei Arbeiter bohren mit schwerem Gerät an einem Waldweg eine Grundwassermessstelle.
Zwei Arbeiter bohren mit schwerem Gerät an einem Waldweg eine Grundwassermessstelle.

29. April 2026

EU-Projekt SpongeWorks: Neue Messstellen sollen Daten zum Wasserrückhalt liefern

Wer in der Samtgemeinde Schüttorf in den vergangenen Wochen im Bereich des Engdener Baches und der Kruhbecke unterwegs gewesen ist, dem sind sie vielleicht schon aufgefallen: Mehrere lange Stahlrohre inmitten der Gewässer und leuchtend rote Stahlrohre mit weißem Deckel, die gut einen Meter aus dem Boden herausragen. Hierbei handelt es sich um spezielle Messstellen, die der Landkreis Grafschaft Bentheim im Rahmen des europäischen Projektes SpongeWorks errichtet hat. Konkret werden damit die Pegelstände der Oberflächengewässer und die Grundwasserstände ermittelt. Die Messstellen sind mit Datenloggern ausgestattet, die die Wasserstände systematisch aufzeichnen und regelmäßig ausgelesen werden.

Ziel des SpongeWorks-Projektes ist es, zu erforschen, wie Regionen sich im Einklang mit der Natur – über sogenannte Schwammmaßnahmen – besser auf Klimaextreme wie Überschwemmungen, Starkregen oder Dürren einstellen können. Das Einzugsgebiet der Vechte in der Grafschaft Bentheim und den Niederlanden ist dabei neben dem Gebiet um die Lèze in Frankreich und den Pinios in Griechenland eine der Regionen, in denen umfangreiche Fallstudien durchgeführt werden. „Es geht darum, Lösungen zu finden, Wasser in der Landschaft zu speichern, zum Beispiel im Grundwasser und in Oberflächengewässern – vergleichbar mit einem Schwamm. Das Wasser soll dadurch stärker in der Fläche gehalten und die Grundwasserneubildung gefördert werden“, erklärt Tessa Clemens, die das SpongeWorks-Projekt beim Landkreis betreut.

Eines der Grafschafter Projektgebiete umfasst den Bereich Engdener Bach und Kruhbecke mit den Stichgräben rundherum. „Hier wollen wir mit regelbaren Stauen und Sohlgleiten Wasser zurückhalten und Grundwasser anreichern. Ein entsprechendes Konzept wurde bereits auf Grundlage der Förderrichtlinie ‚Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft‘ durch ein Büro aus Berlin und unter Federführung des Vechteverbands erstellt. Gemeinsam mit Landwirten und weiteren Akteuren wurden Standorte identifiziert, an denen solche Staumaßnahmen von Vorteil wären. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen hinsichtlich des Wasserrückhalts zu überprüfen, ist natürlich ein umfassendes Monitoring wichtig. Daher haben wir die Messstellen installiert“, so Clemens. Sie erhofft sich davon, dass die Messdaten eine wissenschaftlich fundierte Bewertung der Maßnahmen ermöglichen und sich so konkrete Handlungsempfehlungen, auch für andere Projekte, ableiten lassen. Bis Ende des Jahres sollen die Maßnahmen im Bereich des Engdener Baches nun umgesetzt werden.

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