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Die Projektbeteiligten vor dem autarken Autorenwagen des Theaters „Das Letzte Kleinod“, der Teil des Ozeanblauen Zugs ist.
Die Projektbeteiligten vor dem autarken Autorenwagen des Theaters „Das Letzte Kleinod“, der Teil des Ozeanblauen Zugs ist.

25. Juni 2026

Theaterprojekt „CORRIDOR“ begleitet Wiedereröffnung der Bahnstrecke Coevorden-Neuenhaus

Fast neunzig Jahre lang rollten auf der Bahnstrecke zwischen Coevorden und Neuenhaus nur Güterzüge. Im Dezember 2026 kehrt der Personenverkehr auf die historische Verbindung zurück. Zur Wiedereröffnung entwickelt das international ausgezeichnete Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“ das ortsspezifische Theaterprojekt CORRIDOR, das die Strecke selbst zur Bühne macht.

Die Provinz Drenthe und Interreg unterstützen das grenzüberschreitende Projekt und auch der Landkreis Grafschaft Bentheim beabsichtigt eine Förderung des Projekts. Die Bentheimer Eisenbahn ermöglicht die Transporte auf den Schienen. Ziel ist es, die Wiederaufnahme des Personenverkehrs nicht nur verkehrspolitisch, sondern auch kulturell sichtbar zu machen und Einwohnerinnen und Einwohner sowie Besucherinnen und Besucher beiderseits der Grenze einzubeziehen.

Die Bahnstrecke als Bühne

Für die Produktion nutzt „Das Letzte Kleinod“ seinen charakteristischen „Ozeanblauen Zug“ - einen reisenden Zug aus zwölf historischen Waggons, die als Bühne, Atelier und mobile Werkstatt dienen. Die Bad Bentheimer Eisenbahn stellt eine Lokomotive zur Verfügung, um die Waggons an die jeweiligen Spielorte zu bringen.

Im Dezember 2026 fährt das Publikum mit den regulären Triebwagen des neuen Bahnbetriebes entlang der Strecke. An mehreren Haltepunkten werden markante Gebäude, Industrieanlagen und Landschaften durch Schauspielerinnen und Schauspieler sowie lokale Mitwirkende bespielt. So entsteht ein Stationentheater, das die Geschichte und Gegenwart der Region erfahrbar macht.

Geschichten, die Grenzen überschreiten

In den kommenden Monaten reist das Ensemble entlang der Bahnlinie, um Geschichten von Anwohnerinnen und Anwohnern, Vereinen, Unternehmen und lokalen Kulturschaffenden zu sammeln. Diese Begegnungen bilden die Grundlage für eine neue zweisprachige Inszenierung, in der niederländische und deutsche Darstellerinnen und Darsteller gemeinsam auftreten.

„CORRIDOR lebt von den Menschen unserer Grenzregion. Heimatvereine, plattdeutsche Theatergruppen, Kulturschaffende sowie Bürgerinnen und Bürger bringen ihre Geschichten und Perspektiven ein. Gerade diese breite Beteiligung macht das Projekt so besonders“, erläutert die Kulturmanagerin des Landkreises Grafschaft Bentheim.

Zur Vorbereitung wird der Autorenwagen des Ozeanblauen Zuges im August 2026 für zwei Wochen auf verschiedenen Abstellgleisen zwischen Coevorden und Neuenhaus stationiert. Der auffällige Wagen dient als mobile „Artist in Residence“. Dort werden Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt, transkribiert und zu Theatertexten verdichtet. Die Geschichten erzählen von persönlichen Erinnerungen an die Bahn, von historischen Ereignissen, von Arbeit und Alltag entlang der Strecke sowie von den Zukunftsvorstellungen für die Grenzregion.

Öffentliches Familienalbum der Strecke

Während der Aufführungswoche im Dezember 2026 werden vier bis sechs Orte entlang der Strecke mit einer aufwändigen Lichtgestaltung in Szene gesetzt. Auf Fassaden und Gebäude werden private Fotografien aus der Geschichte der Bahnlinie projiziert. So entsteht ein öffentliches Familienalbum der Strecke, das Erinnerungen sichtbar macht und generationsübergreifend verbindet.

Schauspielende aus den Niederlanden und Deutschland setzen die gesammelten Geschichten an den originalen Schauplätzen um. Zahlreiche lokale Akteure und Nachbarschaften werden beteiligt: Ein eigens gegründeter Projektchor übernimmt musikalische Beiträge, Bürgerinnen und Bürger wirken als Darstellerinnen und Darsteller mit, Unternehmen stellen Produkte als Spielobjekte zur Verfügung, öffnen ihre Infrastruktur und gewähren Einblicke in ihre Firmenarchive.

Kultureller Impuls für die Grenzregion

Das Projekt wird gemeinsam mit Partnern in den Niederlanden und Deutschland entwickelt, darunter der Landkreis Grafschaft Bentheim. Neben der Förderung durch die Provinz Drenthe werden weitere Mittel bei Fonds und öffentlichen Stellen beider Länder beantragt.

„Die Reaktivierung der Bahnstrecke verbindet nicht nur Orte, sondern auch Menschen. Mit CORRIDOR machen wir die gemeinsame Geschichte unserer Grenzregion erlebbar und schaffen neue Begegnungsräume über Ländergrenzen hinweg“, betont die Kreisrätin des Landkreises Grafschaft Bentheim.

Mit CORRIDOR werden lokale Geschichte, Kultur und Eisenbahnerbe miteinander verbunden. Das Projekt schafft eine gemeinsame kulturelle Identität für die deutsch-niederländische Grenzregion und setzt einen kreativen Impuls zur Wiedereröffnung der Bahnstrecke Coevorden-Neuenhaus.

Mitwirkende gesucht

Für das Projekt CORRIDOR sucht „Das Letzte Kleinod“ Menschen aus der Region, die über ihre Erfahrungen mit der Bahnstrecke berichten möchten oder ihre Vorstellungen von der Zukunft der Region teilen wollen. Ebenso werden Mitwirkende gesucht, die eine kleine Rolle übernehmen, singen, tanzen oder sich auf andere Weise beteiligen möchten. Willkommen sind alle Altersgruppen ab 14 Jahren.

Der Zeitraum für die Interviews ist vom 17. bis 28. August 2026 vorgesehen. Die Proben beginnen ab dem 16. November 2026. Die Aufführungen des Projekts CORRIDOR zur Wiedereröffnung finden vom 13. bis 19. Dezember 2026 statt. Ansprechpartnerin für Interviews und Mitwirkende ist Juliane Lenssen. Sie ist telefonisch (0175 5100681) oder per E-Mail unter info@das-letzte-kleinod.de erreichbar.

Weitere Infos zum Eisenbahntheater sind unter https://www.das-letzte-kleinod.de zu finden.

Der Autorenwagen ist Teil des insgesamt 130 Meter langen Ozeanblauen Zugs des Theaters „Das Letzte Kleinod“. Der autarke Zug dient dem internationalen Ensemble als rollender Lebens- und Arbeitsraum für Inszenierungen an Originalschauplätzen.

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