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Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (EPS)

 

 

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Der Eichenprozessionsspinner (EPS) verbreitet sich bereits seit einigen Jahren in Deutschland und ist nun auch massiv in der Grafschaft Bentheim aufgetreten.

Durch den Witterungsverlauf der vergangenen Jahre hat der EPS beste Vermehrungsbedingungen gefunden. Ein natürlicher Zusammenbruch der Population ist nicht abzusehen.

 

Bereits im Herbst 2019 hatte sich daher eine „Projektgruppe Eichenprozessionsspinner“ gegründet, in der sich Vertreter alle Grafschafter Kommunen zusammengefunden hatten Die Projektgruppe soll u.a. ein Forum zur Abstimmung und zum Erfahrungsaustausch für alle Kommunen bieten sowie ein gemeinsames Vorgehen hinsichtlich der Information der Bürger abstimmen. Ebenso bedeutsam wie behördliche Präventionsmaßnahmen sei aber auch ein umsichtiges Verhalten jedes Einzelnen, so die Meinung der Projektgruppenmitglieder. Den besten Schutz vor den Auswirkungen des Eichenprozessionsspinners stelle die Kontaktvermeidung dar.

Bereits vereinbart ist die Anwendung einheitlicher Kategorien für vom EPS befallene Flächen zur Festlegung der Handlungspriorität bei der Bekämpfung durch die Kommunen.

 

Folgende Kategorien wurden festgelegt und werden in allen Kommunen gleichermaßen umgesetzt:

Kategorie 1:

Stark frequentierte öffentliche Bereiche mit regelmäßiger Nutzung durch Fußgänger oder Radfahrer: Schulen, Kindergärten und öffentliche Spielplätze. Hier ist eine Bekämpfung erforderlich.

Kategorie 2:

Betroffen sind mäßig frequentierte öffentliche Straßen, Wege oder Plätze, wo Fußgänger oder Radfahrer zu erwarten sind, ohne dass eine realistische Möglichkeit besteht, auf Alternativen auszuweichen. Die Bekämpfung des Eichprozessionsspinners erfolgt nachrangig zu Kategorie 1 sofern hierfür noch Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Kategorie 3:

Gering frequentierte öffentliche Bereiche mit gelegentlicher Nutzung der Straßen oder Wege durch Fußgänger oder Fahrradfahrer die sich z. B. im Außenbereich oder Siedlungsränder befinden. Die Verkehre können auf andere Strecken ausweichen. In diesem Fall sind Warnschilder oder Hinweise ausreichend.

Kategorie 4:

Die befallenen Bäume stehen entfernt von menschlichen Siedlungen oder öffentlichen Plätzen, Wegen und Straßen, die von Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden. Hier reicht eine allgemeine Warnung über Medien aus.

 

Die Bekämpfung und Entfernung ist eine Sache für Fachleute.

 

Verantwortlichkeiten:

auf öffentlichen Flächen Städte und Gemeinden,

auf Privatgrundstücken der jeweilige Eigentümer.

 

Da davon auszugehen ist, dass nahezu alle Eichen in der Grafschaft Bentheim vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, ist es in der Regel nicht mehr notwendig, befallene Bäume zu melden.

Wer dies dennoch tun möchte, findet hier die Kontakte zu den Grafschafter Kommunen:

Nordhorn:

www.nordhorn.de/eps

Bad Bentheim:

www.badbentheim.de

Schüttorf:

www.schüttorf.de

Wietmarschen:

Email: bauamt@wietmarschen.de

Samtgemeinde Uelsen:

www.uelsen.de

Samtgemeinde Neuenhaus:

www.neuenhaus.de

Samtgemeinde Emlichheim:

www.emlichheim.de

 

 

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(Foto: NLGA)

 

Worin besteht konkret die Gefährdung?

Die Härchen der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Es kann bei Hautkontakt oder beim Einatmen verschiedene Wirkungen – zum Teil auch heftige allergische Symptome – auslösen.
Hautkontakte führen zur sogenannten Raupendermatitis. Bei betroffenen Personen hängen Empfindlichkeit und Reaktionsintensität von der Häufigkeit der Kontakte zu den feinen Brennhaaren ab.
 

Anzeichen für eine Raupen-Dermatitis:
• Juckreiz, bei heftigem Kontakt starker Juckreiz;
• Schüttelfrost, Schwindel, in seltenen Fällen allergischen Schockreaktionen;
• bei starkem Kontakt verspürt man anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen Minuten die genannten Reaktionen folgen;
• viele Tage anhaltender Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln.
 

Bei Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können durch Medikamente gemildert werden.
 

Wann besteht die Gefährdung?

Die für den Menschen gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen Anfang Mai. Die Raupen durchlaufen bis zur Verpuppung Ende Juni/Anfang Juli fünf bis sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen die sehr feinen Brennhaare. Die giftigen Brennhaare brechen leicht und können über 100 m weit getragen werden. An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen Brennhaare zurück und können bis zu einem Jahr lang giftig bleiben. Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle.

 

Wer sollte besonders aufpassen / ist besonders exponiert?

Personen, die sich im Wald aufhalten, Anwohner von Waldgebieten mit Eichen

Arbeitskräfte von Forst- und Landschaftspflegebetrieben sowie Straßenmeistereien

Personen auf Freizeit- und Grünanlagen (zum Beispiel auch Sportplätze, Campingplätze, Freibäder, Kinderspielplätze)

Halter von Haus- und Nutztieren (Diese sind gleichermaßen betroffen)

 

Wie können Sie sich schützen?

Meiden Sie die befallenen Gebiete und ggf. abgesperrten Bereiche.

Bedecken Sie alle Körperflächen (Nacken, Hals, Arme und Beine usw.) beim Aufenthalt in befallenen Gebieten.

Raupen und das Gespinst nicht berühren. Vermeiden Sie jeden Kontakt.

In der Nähe von befallenen Bäumen sich nicht ins Gras oder auf den Boden setzen.

Nach Kontakt mit den Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel dann Duschbad und Haarwäsche.

Kleidung bei 60°C mit viel Wasser waschen, um das Nesselgift der Raupenhaare zu vernichten / auszuspülen.

Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen an Bäumen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind.

Die Bekämpfung nur von Fachleuten mit Vollschutzanzug und Atemschutz durchführen lassen.

 

(Quelle: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt)