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Für gleiche Rechte

Hier finden Sie die Broschüre mit den Veranstaltungen in der Grafschaft Bentheim zum Internationalen Frauentag am 8. März und zum Equal Pay Day am 18. März 2019.

 


 

Equal Pay Day am 18. März 2019

 

EPD 2018 - Frau mit Luftballon
EPD - Frau mit Luftballon

21 Prozent beträgt noch immer die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Nach wie vor belegt Deutschland mit diesem Ergebnis eine der Spitzenpositionen im europäischen Vergleich. Der EU-Durschnitt liegt bei 16 Prozent. Die Lohnlücke sank seit 2006 lediglich um zwei Prozentpunkte auf den heutigen Wert.

 

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, das forderten bereits die Frauen, die vor genau 100 Jahren das Wahlrecht für Frauen durchgesetzt haben. Für eine echte Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern wäre eine breite gesellschaftliche Veränderungen nötig - insbesondere hinsichtlich der Rollenverteilung bei der Sorgearbeit. Um darauf aufmerksam zu machen, flaggen die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und des Landkreises in der Grafschaft zum 18. März vor den Rathäusern und der Kreisverwaltung die rote Equal Pay Day-Flagge. Bis zu diesem Tag - dem Equal Pay Day - müssen Frauen statistisch gesehen über das Jahresende hinaus arbeiten, um das Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen.

 

Was ist der Gender Pay Gap?
Bei der Lohnlücke - auch Gender Pay Gap genannt - handelt es sich um den prozentualen durchschnittlichen Einkommensunterschied zwischen abhängig beschäftigten Männern und Frauen in Deutschland, errechnet vom Statistischen Bundesamt. Verglichen wird dabei der Durchschnitts-Bruttostundenlohn. Die Beschäftigten in Landwirtschaft, öffentlicher Verwaltung und Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten werden nicht berücksichtigt.

 

Equal Pay Day
Equal Pay Day

Warum gibt es den Gender Pay Gap?
Die Gründe dafür, dass Frauen weniger verdienen als Männer, sind vor allem struktureller Art.

 

Die Versorgung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen wird größtenteils von Frauen übernommen. Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt und oft auch arbeitsmarktbedingt häufiger und länger als Männer. Ein Rückkehrrecht auf eine volle Stelle gibt es nicht. Teilzeit, Minijobs und Erwerbsunterbrechungen wirken sich negativ auf Gehaltsentwicklung und Aufstiegschancen aus. Deshalb sind Frauen seltener in Führungspositionen zu finden als Männer.

 

Dazu kommt, dass Frauen öfter als Männer in Berufen mit unterdurchschnittlichen Verdiensten arbeiten. Die Arbeitsanforderungen in Berufen mit hohem Frauenanteil - z.B. im sozialen Bereich - werden finanziell schlechter bewertet als in Berufen mit hohem Männeranteil.

 

Expertinnen und Experten kritisieren zudem, dass es immer noch politische Anreize wie z.B. das Ehegattensplitting oder die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt, die Frauen eher in eine Mutter- und Hausfrauenrolle oder in die Rolle der Zuverdienerin drängen, als ihnen Karrierechancen zu eröffnen.

 

Dies alles hat unmittelbare Auswirkungen auf die statistisch messbare Entgeltlücke – und am Ende des Erwerbslebens auch auf die Rente. Die aktuelle Rentenlücke zwischen den Geschlechtern liegt bei 53 Prozent.

 

Erster Schritt zur Gleichstellung: das Entgelttransparenzgesetz

Seit Januar 2018 sind Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten durch das Entgelttransparenzgesetz verpflichtet, ihre Gehaltslisten offenzulegen. Diese Lohntransparenz ist ein Schritt auf dem Weg zur tatsächlichen Gleichstellung. Und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels punkten Unternehmen, von denen Frauen wissen, dass sie nicht wegen ihres Geschlechtes schlechter bezahlt werden.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen - in der auch die Gleichstellungsbeauftragten der Grafschaft organisiert sind - begrüßt das neue Gesetz: „Es schafft endlich Transparenz.“

 

Weitere Informationen gibt es auf www.equalpayday.de.

 

 

 

 

Internationaler Frauentag am 8. März 2019 

Karl Maria Stadler, gemeinfrei.
Plakat der Frauenbewegung zum Frauentag, 1914

 

Jedes Jahr am 8. März wird der Internationale Frauentag weltweit von Frauenorganisationen begangen. Er entstand im Kampf um gleiche Rechte für Frauen und Männer. Seit 1977 ist er von den Vereinten Nationen anerkannt.

 

Im Jahr 1911 gingen erstmals Frauen zum Internationalen Frauentag auf die Straße. Zentrale Forderung war das Wahlrecht für Frauen, das in Deutschland 1918 gesetzlich verankert und in 1919 erstmals angewandt wurde. In diesem Jahr können wir 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern. Neben Arbeiterinnen- und Mutterschutz war eine weitere Forderung die gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit. Aktuell besteht eine Entgeltlücke von 21 Prozent.

 

Deshalb demonstrieren Frauen auch heute noch für die Gleichstellung von Frauen und Männern und fordern:

Umverteilung von unbezahlter Familienarbeit und bezahlter Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern

bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege

mehr Frauen in Führungspositionen

höhere gesellschaftliche und finanzielle Wertschätzung für frauendominierte Berufe

Frauen- und Menschenrechtsverletzungen, z.B. Zwangsheirat und -prostitutionin, weltweit bekämpfen

 

In der Grafschaft Bentheim wird der Internationale Frauentag seit vielen Jahren genutzt, um in unterschiedlicher Form an verschiedenen Orten auf die bislang noch nicht verwirklichte Gleichstellung von Frauen und Männern aufmerksam zu machen.

 

Bild: Karl Maria Stadler, Plakat der Frauenbewegung zum Frauentag am 8. März 1914, gemeinfrei.

 

 

 

 

Kommune mit Zukunft: Nur mit Gleichstellung


Im Rahmen der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands wurde im Mai 2017 die „Wolfsburger Erklärung“ (siehe Download unten) verabschiedet, in der unter anderem eine Stärkung der kommunalen Gleichstellungsarbeit gefordert wird.

 

Gelingende Gleichstellungspolitik ist einer der entscheidenden Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen. Arbeitswelt und Gesellschaft ändern sich rasant. Die Auswirkungen davon sind als erstes in den Kommunen zu spüren. Schon heute, in Zeiten des beginnenden Fachkräftemangels und der Konkurrenz um Arbeitskräfte, spielen Themen wie familien- und pflegefreundliche Arbeitsmodelle, die den Bedürfnissen von Männern und Frauen gleichermaßen gerecht werden, eine große Rolle. Lebenswerte Kommunen werden zunehmend solche sein, die die Ansprüche von allen Einwohnern und Einwohnerinnen berücksichtigen: In der Stadt- und Verkehrsplanung, im Mitspracherecht in Politik und Verwaltung, in der Besetzung von Führungspositionen und in der gendergerechten Verwendung von kommunalen Geldern.

 

 

Weitere Informationen: www.frauenbeauftragte.de
Twitter: gleichberechtigt@bagkommunal
Hashtags: #gleichstellungistzukunft und #Damenwahl